Im Herz der Abteikirche

April 2021

Folge 9

Folge 9

Hinweis Nr 9

Eine dritte Grabstätte

Unter den Dutzenden Gräbern, die bei den Ausgrabungen im Inneren der Abteikirche entdeckt wurden, stechen einige besonders heraus: in der vorhergehenden Folge haben wir insbesondere die Sarkophage und Verschalungen aus Stein erwähnt. Aber eine Grabstätte hebt sich noch deutlich von dieser Gruppe ab. Sie wurde am östlichen Ende des Kirchenschiffs angelegt, in dessen Längsachse und damit gleichsam im Herzen des Bauwerks.

Es handelt sich um ein sorgfältig errichtetes Grab: mit Kalkmörtel ausgefugte Steinmäuerchen bilden die Längsseiten, und eine vertikal platzierte grosse Kalksteinplatte markiert seine Westwand. An der gegenüberliegenden Seite stützen sich die Mäuerchen gegen eine alte römische Mauer. Eine grosse flache Kalksteinplatte, etwa 20 Zentimeter stark und durch Kalkmörtel mit den Seitenwänden verbunden, bedeckte diese Verschalung. Das Innere war mit geglättetem Mörtel ausgekleidet und die Seitenwände waren mit einem roten Anstrich versehen.
Eine Radiokarbondatierung (oder C-14-Altersbestimmung) der im Mörtel dieses Grabs enthaltenen Holzkohle ergibt eine Zeitspanne zwischen 890 und 1020. Dies zeigt, dass es nicht vor dem 9.-10. Jahrhundert angelegt wurde, d.h. zu einer Zeit, in die möglicherweise das Sterbedatum von Königin Bertha fällt, deren Tod um das Jahr 960 vermutet wird.

Leider war das Innere dieser rot angestrichenen Grabstätte bereits vor den 1954 von Pierre Margot geleiteten Ausgrabungen durchwühlt worden: in seiner Verfüllung befanden sich nur noch einige lose Knochen. Bei ihrer Wiederentdeckung im Jahr 2016 war das Innere der Verschalung leer, mit Ausnahme einer Metallschatulle, die in den 1980er Jahren dort hinterlegt wurde und die von Margot gefundenen Gebeine enthielt: diese sind unvollständig und stammen von mehreren Personen, aber keine davon entsprechen denen der Königin, weder in Bezug auf Alter noch Geschlecht.
Angesichts seiner aussergewöhnlichen Erscheinung und seiner Lage in der Abteikirche besteht zwar die Möglichkeit, dass dieses Grab tatsächlich der Bestattungsort von Königin Bertha ist, aber eine genaue Identifizierung der darin beigesetzten Person ist uns derzeit nicht möglich…

In der Tat führt diese Spurensuche zu ungewissen Ergebnissen – was auf dem Gebiet der Archäologie nichts Ungewöhnliches ist! Aber wenn du alle Etappen des Spiels mitverfolgt hast und wenn du die Stelle der rot angestrichenen Grabstätte im Herzen der Abteikirche findest, kannst du noch gewinnen!

Der folgende Hinweis kann dir dabei helfen…

Lade hier den Lageplan herunter, der dir die Suche erleichtern wird, oder frage am Empfang der Abteikirche danach. Man wird ihn dir gern aushändigen!

Wenn du dein Glück versuchen willst, fülle online das Anmeldeformular aus!

Wenn du die Hinweise vor Ort entdecken möchtest, kannst du am Empfang der Abteikirche das Jahresabo abschliessen. Es kostet nur CHF 30.- und ermöglicht es dir, die Anlage bis Mai 2021 beliebig oft zu besuchen.

Zum Abschluss der archäologischen Untersuchung des Grabes der Königin werden die Archäolog*innen am 20. Mai 2021 das Grab aus dem 19. Jahrhundert in der Pfarrkirche der Abtei öffnen.